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Heizkamin und Niedrigenergiehaus? Gewusst wie!

Auch wenn es bei uns Speicherofen- und Strahlungswärmeliebhabern selten vorkommt….selbst wir bauen für unsere Kunden ab und an mal einen Heizkamin !
Zum effizienten und dauerhaften Beheizen einer Wohnsituation ist diese Art der Feuerstelle zwar nicht wirklich geeignet, aber für diejenigen unter Ihnen, die Ihre Räumlichkeiten nur alle paar Tage mal in eine wohlige Atmosphäre tauchen möchten, ist ein Heizkamin oft genau das Richtige !
Wichtig ist – vor allem im modernen Wohnbau – die Anlage nicht nur optisch, sondern auch technisch mit Köpfchen zu gestalten ! Die überwiegende Zahl der heutzutage gebauten Kaminanlagen wird – wider besseren Wissens – immer noch so konstruiert, dass nahezu die gesamte zur Verfügung stehende Wärme unmittelbar über Scheibenabstrahlung und Konvektion an die umgebenden Räume abgegeben wird ! Bei 9kW Leistungsabgabe macht das in einem Niedrigenergiehaus nicht wirklich Sinn – und diese Leistung ist für ein ansehnliches Feuer nicht mal viel ! Glauben Sie nicht ? Die Berechnung ist ganz einfach: 3kg Holz mit je 4kWh Energieinhalt bei einem Wirkungsgrad von 75% in 1 Stunde verheizen – fertig sind die 9kW in einem Wohnbereich, der mit einer Leistungsabgabe von 2kW vermutlich schon mehr als bedient wäre !
Da ist Abhilfe gefragt !
Zuallererst ist es notwendig, die Größe des Brennraumes und der Sichtscheibe mit der Wohnfläche des Aufstellraumes abzustimmen ! Mal davon abgesehen, dass die Scheibe im Regelfall 30-45% der Gesamtleistung des Ofens abgibt, braucht man auch in einem 30qm-Wohnzimmer keine Feuersicht in Heimkino-Größe….große Scheibe = großer Brennraum = große Leistung des Feuermöbels ! Das lässt Ihnen die Wahl zwischen Schwachbrand mit rußiger Glasfläche und Normalbrand mit Saunatemperaturen vorm Fernseher – beides nicht die glücklichste Lösung für den maximalen Spaß am Feuer !
Punkt 2 der optimalen Auslegung Ihres Heizkamins: Lassen Sie ihn sich so bauen, dass Sie ihn auch mit geschlossenen Luftgittern betreiben können und die Konvektionswärme (ca. 60-70% der Gesamtwärme) somit nicht auch noch unmittelbar in die Wohnräume entlassen müssen ! Das funktioniert mittels eines Aufbaus als Hypokauste oder Warmluft-Schwerkraft-Heizung ! Die überschüssige Warmluft wird hierbei an ofeninterner Speichermasse gekühlt, Ihr heißgeliebter Heizkamin kann trotz geschlossener Luftgitter nicht überhitzen und Sie haben die Möglichkeit, durch die gespeicherte Wärme auch noch nach dem Abbrandende einige Stunden in Ihrem Nesterl zu profitieren !
Sie merken, mit ein wenig Knowhow und nicht ausschließlich optisch angelegter, vorausschauender Planung wird Ihr Traumkamin zu genau dem, was Sie sich von ihm wünschen und erwarten…zu dem Feuerschmankerl, das Ihre entspannten Momente zuhause erst wirklich zu etwas Besonderem macht !

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